Bannerbild Seniorenpaar vor blühendem Obstbaum mit Logo Seniorenbeirat München

Letztes Bankerl in München?

Von Ulrich Gammel, Seniorenbeirat im Stadtbezirk Sendling, stellvertretender Vorsitzender Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit und Fachausschuss Öffentlicher Raum

Neu aufgestellte Bank an der Ecke Kidler-/ Valleystraße

Gerne gehe ich durch unser schönes München sparzieren und ruhe mich öfters auf einer der vielen Sitzbänke aus. Es sind ja nun nicht gerade wenige, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Daran hatten viele örtliche Seniorenvertretungen einen nicht geringen Anteil. Von Oktober 2022 bis zum Herbst 2025 hat zum Beispiel die Sendlinger Seniorenvertretung die Neuaufstellung von bisher elf Bänken angeregt und der Bezirksausschuss hat dies auch beschlossen. Das für Sitzbänke bei der LH München zuständige Baureferat hat dem Bau dieser elf Bänke zugestimmt und auch umgesetzt.

Verrottete Bänke?

Verrottete Bank an der Ecke Dankl-/ Valleystraße

An vier dieser elf Standorten von neuen Sitzbänken nur in Sendling (Stadtbezirk 6) standen bereits Bänke. Diese waren jedoch verrottet, mit Sträuchern überwuchert, Bretter waren beschädigt und die Bänke befanden sich oft insgesamt in einem traurigen Zustand. Dies war in Sendling der Fall am Sendlinger Kirchplatz / Lindwurmstraße, Ecke Dankl- / Valleystraße, Karwendelstraße 1 und 41 a. Die Seniorenvertretung Sendling hatte den Eindruck, dass für die Wartung dieser Bänke offensichtlich niemand „zuständig“ sei und so beantragten wir eine Neuaufstellung, die auch prompt in diesen vier genannten Fällen erfolgte.

Geeignete Standorte finden

Nicht alle Bürger sind aber immer mit dem Standort einer Sitzbank einverstanden und darüber glücklich – diese Erfahrung hat wohl schon so mancher Bezirksausschuss gemacht.  So war die Situation in Sendling an der Kyreinstraße, wo eines Nachts im Frühjahr 2022 eine Sitzbank heimlich „verschwand“, die direkt an der Hauswand in der Implerstraße / Ecke Kyrainstraße 8 stand. Im BA und in der Öffentlichkeit rätselte man über das Verschwinden dieser Sitzbank. Es ging das Gerücht um, dass sich Bewohner des Hauses, vor der diese Bank stand, über Bier trinkende Männer, die auf dieser Bank saßen, in ihrer Nachtruhe gestört gefühlt haben könnten.

Stellplatz der ehemals dort gestandener Bank Ecke Impler-/ Kyreinstrasse

Die Seniorenvertretung nahm dies ernst, wollte jedoch im Umgriff dieses Geländes Sitzmöglichkeiten für Bewohner schaffen, die vom Einkaufen kamen und diese Sitzbänke dort wünschten. Man machte einen Ortstermin, um sich ein Bild zu machen. Die Sitzbänke sollten nicht zu nahe an einem Wohnhaus stehen. So forderte daher die Seniorenvertretung, auf der gegenüber liegenden Straßenseite Kyreinstraße 9 und 10, jeweils am Eck quer zum Straßenbegleitgrün, die Aufstellung einer neuen Sitzbank. Diese wurden vom BA beschlossen vom Baureferat genehmigt und aufgestellt. Die Bänke stehen beide dort seit zwei Jahren und erfreuen sich bei den Bürgern großer Beliebtheit.

Sitzbankprogramm des Oberbürgermeisters

Alle diese neu aufgestellten Bänke kamen aus dem sogenannten „Sitzbankprogramm des Oberbürgermeisters“, was dieser schon vor Jahren aufgelegt hatte. Demnach wurden in den letzten Jahren in ganz München etwa 1000 Sitzbänke für die Bürger aufgestellt. Herr Eggendinger von der zuständigen Fachabteilung „T23 Straßen- und Parkraummanagement“ erläutert dazu: „Der Beschaffung der Bänke ging der Wunsch des Oberbürgermeisters zur Verbesserung des Sitzplatzangebotes im gesamten Stadtgebiet voraus.“

Bank Ecke Dankl-/Lindenschmitstrasse – die „vorläeufig“ letzte aufgestellte Sitzbank

Eine ganze Reihe von Bezirksausschüssen reichten Vorschläge für Standorte von Sitzbänken in der Verwaltung ein, und nach einer technischen Prüfung hinsichtlich des Standortes wurden die Bänke aufgebaut. Da bei den Sitzbankwünschen der Bezirksausschüsse nicht die gesamte Anzahl der angeschafften Bänke erreicht wurden, wurden auch Einzelwünsche der Bezirksausschüsse, wenn Sie technisch möglich waren, unkompliziert außerhalb der offiziellen Abfragen umgesetzt, bis die gewünschte Menge Ende 2023 / Anfang 2024 aufgebaut war.“ Soweit der bisher sehr positiv zu bewertende Teil der erfolgten Sitzbankaufstellung in München.

Neu aufgestellte Bank auf der Grünflaeche Dietramszeller Str. / Einmündung Schaftlachstrasse

So gab es in vielen Stadtvierteln in den letzten Jahren neue Sitzbänke, egal ob das im Westpark, im Waldfriedhof, in Schwabing, im Lehel, in der Ludwigsvorstadt oder auch in Laim der Fall war. Das OB-Sitzbankprogramm wurde von den Bezirksausschüssen genutzt, um für die Münchnerinnen und Münchner mehr Erholung- und Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum zu schaffen.

Nachbarschaftsinitiative

Die letzte von einer Nachbarschaftsinitiative angeregte und in Sendling vor Ort überprüfte und geforderte Sitzbank liegt in der Lindenschmitstraße / Ecke Danklstraße. Benützer des nahe gelegenen Waschsalons saßen zuvor oft unbequem auf der aus Metall bestehenden Umrandung des Grünstreifens – nun können sie endlich bequem auf dieser neu aufgestellten Bank Platz nehmen.

Doch mit dem Aufstellen von Bänken soll nun endgültig Schluss sein! In Sendling hatte die Seniorenvertretung aufgrund von Anregungen aus der Nachbarschaft die Aufstellung von zwei weiteren Sitzbänken gefordert. Der Bezirksausschuss Sendling beschloss im Frühjahr 2025 die Aufstellung dieser Bänke, am Roter-Turm-Platz und an der Ecke Alram-/Danklstraße.

Ablehnung aus Geldmangel

Die BA-Beschlüsse dazu wurden vom Baureferat leider abgelehnt. Warum? Es ist kein Geld mehr da, das OB-Sitzbankprogramm ist ausgelaufen, die BAs sollen die Bänke selbst bezahlen, hieß es. In amtlichen Schreiben wurde auf die prekäre Finanzsituation der Landeshauptstadt München verwiesen. Der Sendlinger BA bot an, die beiden Bänke aus BA-Mitteln zu finanzieren, doch auch diese Möglichkeit wurde in den Wind geschlagen.

Teure Wartung von Sitzbänken?

Die Wartung der Sitzbänke sei für das Baureferat zu teuer, daher könnten keine neuen mehr aufgestellt werden, egal wer sie bezahlt, wurde dem BA mitgeteilt. Herr Eggendinger vom Baureferat dazu: „Nicht nur die Anschaffung, sondern gerade der Unterhalt von vorhandenen Sitzbänken in Form von Ersatz der gesamten Bank, Reinigung, Austausch von Banklatten und Metallelemente und deren Überprüfung hinsichtlich einer ordnungsgemäßen Befestigung und Benutzbarkeit verursacht Kosten.“

Natürlich ist klar, dass Wartungsarbeiten sein müssen und etwas kosten. Aber war da nicht was? Die Sendlinger Seniorenvertretung hatte in drei Jahren vier verrottete Sitzbänke ausfindig gemacht, die offensichtlich nicht gewartet worden waren, trotz eines Wartungsauftrages. Die letzte beschädigte und von der Witterung angegriffene nicht oder schlecht gewartet Sitzbank wurde in Sendling in der Nähe des Harras am Kidlerplatz geortet.

Wann gibt es ein neues Sitzbankprogramm?

Anfang November 2025 hat der dortige BA die Reparatur dieser Bank gefordert. Eine Neuanschaffung wollte man aus Gründen der sparsamen Verwendung von Haushaltsmitteln vermeiden. Wurde diese oder andere Sitzbänke in München etwa aufwendig gewartet? Oder ist das nur ein willkommenes Argument, um Kosten zu sparen?

Und wie soll es nun weiter gehen? War‘s das mit neuen Sitzbänken in München? Gibt es eine neue Sitzbankoffensive nach der Kommunalwahl? Herr Eggendinger vom Baureferat nochmal dazu: „Informationen darüber, ob ein ähnliches Programm bzw. neues Programm bzgl. der Verbesserung des Sitzplatzangebotes im Stadtgebiet der Landeshauptstadt München aufgelegt wird, liegen uns nicht vor.“ Ende. Wirklich Schade. Aber wir geben die Hoffnung nie auf.